Vielfalt feiern & Engagement sichtbar machen
Queere Führung mit Drag Queen Cali Harburg
25.5.2026, 15.30 Uhr

Führung

Die Veranstaltung findet im Rahmen des bundesweiten Ehrentags zum Geburtstag des Grundgesetzes und des Queer History Month Berlin 2026 statt.

In zwei Rundgängen durch die Ausstellung „Vessel & Voyager“ laden wir dazu ein, gemeinsam über Diversität, Sichtbarkeit und gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch zu kommen – offen, humorvoll und mit Freude an unterschiedlichen Lebensrealitäten.

  • Standort:Hanseatenweg
  • Datum:25.5.2026
  • Uhrzeit:15.30 Uhr
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
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  • Führungen

    15 Uhr in deutscher Sprache
    17 Uhr in englischer Sprache

    Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

  • Die Ausstellung „Vessel & Voyager“ ist für alle ehrenamtlich engagierten Menschen – und alle Interessierten – von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Cali Harburg
Cali Harburg
© Daniel Sauer 2017

Über die Führung

„Came the moon, at last, which gave disrepair: vessel and voyager, despair. Humanspeak.“

Logan February, Relation in Movement, 1977

Gefäße und Reisende. Körper, die tragen. Körper, die reisen. Körper, die erinnern, was andere lieber vergäßen. Die Ausstellung Vessel & Voyager der JUNGEN AKADEMIE (13.3.–10.5.2026) verhandelte Verlust, Heilung, Schutz und Gemeinschaft mit 25 internationalen künstlerischen Positionen. Fragen, die queere Lebensrealitäten seit jeher durchziehen.

Was zwischen den Werken liegt, was Körper einschreiben und was Kunsträume lieber verschweigen – dafür braucht es manchmal ein Gedicht, einen Klang, einen Moment der Stille. Dieser Rundgang geht dahin, wo es berührt und wo es trägt. Wo Erinnerung kollektiv wird und Gemeinschaft möglich bleibt, auch dort, wo sie nicht vorgesehen war. Poesie, Musik und Philosophie sind dabei nicht Beigabe, sondern das, womit Kunst sich selbst verstärkt – und was in uns etwas freisetzt, das der sachliche Blick gewöhnlich nicht sucht.

Cali Harburg – der Name ist kein Zufall, sondern Programm: angelehnt an Aby Warburg, den großen Bilddenker, Grenzüberschreiter und notorischen Sammler von Obsessionen. Wie er glaubt auch Cali daran, dass Bilder nicht still hängen. Sie wirken, sie sprechen, sie provozieren. Und manchmal muss man ihnen laut antworten. Als Sofa-Queen aus Hamburg existiert Cali nicht nur unter Scheinwerfern, sondern vor allem im Gespräch: im Kreis von Freund*innen, beim ersten ehrlichen Satz des Abends. Sie hört zu, erzählt, widerspricht und füllt den Raum mit Wärme und Schärfe zugleich. Mit migrantischem Hintergrund, Kunstgeschichte und Philosophie in der Pochette hat Cali sich eine eigene Sprache gebaut: postmigrantisch, queer, durchlässig für das, was vibriert.

Als Storytellerin bringt sie ihr Publikum in Berührung mit Kunst, Körpern und dem, was zwischen den Bildern liegt – mit dem, was im kuratorischen Konzept gern übersehen wird und trotzdem auf Resonanz wartet. Ihre Emotionalität ist keine Dekoration, sondern Methode. Ihr Wissen trägt Cali nicht als Rüstung, sondern als Verführungsmittel: Es schleicht sich ein, bevor man merkt, dass man gerade etwas gesehen hat, das man nicht mehr los wird.