Busoni-Kompositionspreis 2026 an Njabulo Phungula
Förderpreis an Raphaëlle Aoun
Den Busoni-Kompositionspreis 2026 erhält der junge südafrikanische Komponist Njabulo Phungula. Der Förderpreis wird der in Deutschland lebenden libanesischen Komponistin Raphaëlle Aoun zugesprochen.

Die Jury bildeten Christopher Fox, Anna Korsun und Annette Schlünz. Alle drei sind Mitglieder der Sektion Musik der Akademie der Künste. Dank einer großzügigen Spende aus dem Erbe des Preisstifters, Aribert Reimann, wurden die Preisgelder auf 7.000 Euro für den Kompositionspreis und 3.000 Euro für den Förderpreis angehoben. Auch Preisverleihung und Konzert können dank dieser Spende weiterhin durchgeführt werden. Dies ist in der heutigen Zeit ein besonderes Signal zur Unterstützung des kompositorischen Nachwuchses.
Aus den Jury-Begründungen
Njabulo Phungula überzeugt die Jury mit seiner musikalischen Sprache, die sich durch Sensibilität und künstlerische Tiefe auszeichnet. In seinen Werken offenbart sich eine Aufmerksamkeit für feinste klangliche Details. Man fühlt, dass jeder Klang mit Sorgfalt gesetzt wurde und jeder Übergang bewusst geformt. Diese Arbeit im Mikroskopischen trägt zur Entstehung eines lebendigen, atmenden musikalischen Organismus bei. Was seine Arbeit außerdem auszeichnet – so die Jury weiter – ist die Fähigkeit, Komplexität und Unmittelbarkeit zu verbinden. Phungulas Musik spricht durch Präsenz, Konzentration und innere Spannung. Sie lädt zum Hören ein, öffnet Räume der Wahrnehmung und schafft eine intensive Beziehung zwischen Klang, Zeit und Zuhören.
Raphaëlle Aoun beeindruckte die Jury mit der klanglichen Raffinesse ihrer Musik, in Stücken wie dem großen Ensemblewerk grey olive tree (2025) und der Kammermusikkomposition the scent of cents (2025). In Raphaëlle Aouns Werk stehen die sinnlichen und abstrakten Dimensionen der Musik in ständigem Dialog, wobei ihr klanglicher „Duft“ durch den Einsatz der reinen Stimmung erzielt wird.
Der Busoni-Kompositionspreis wurde 1988 von Aribert Reimann gestiftet und wird im Abstand von zwei bis drei Jahren an junge Komponist*innen für besonders qualitätvolle und neuartige Kompositionsansätze vergeben. Die letzten Preisträger*innen waren Maximiliano Alejandro Soto Mayorga und Lauren Siess (2024). Mit der Auszeichnung fördert die Akademie der Künste den kompositorischen Nachwuchs; seit 1992 zusätzlich auch Kompositionsstudent*innen. Die diesjährige Preisverleihung findet am 13. November 2026, 19 Uhr, in der Akademie der Künste am Pariser Platz statt.
Kurzbiografien der Preisträger*innen
Njabulo Phungula (geb. 1993) ist ein Komponist aus Durban, Südafrika.
Seine Werke wurden in Südafrika, den USA und in ganz Europa aufgeführt, unter anderem vom Klangforum Wien, dem Ensemble Recherche, dem International Contemporary Ensemble, dem Kompass Ensemble, Yarn/Wire, dem JACK Quartet, dem Odeion String Quartet, PULSE, dem Mizar Trio sowie von Christine Chapman, Marco Blaauw, Bronwen Clacherty, Stephanie Lamprea, Midori Samson und Naomi Sullivan. Zusammen mit Brydon Bolton komponierte er zudem die Musik für Louis Coetzers Stück AUTOPLAY für das Darkroom Contemporary Dance Theatre. Er erhielt Aufträge und Stipendien von NewMusicSA, dem New Music Forum in Stellenbosch, dem JACK Studio, impuls und dem Goethe-Institut; seine Werke wurden auf Festivals wie dem Unyazi Music Festival: „Infrastructures“, dem SASRIM Composers’ Meeting, „Deep Time“, den ISCM World New Music Days, bei impuls, den Cortona Sessions, Wien Modern sowie im Rahmen des Programms „Always, Already There“ am HKW in Berlin aufgeführt.
Er war JACK Studio Artist (2020–22), Stipendiat des Programms „Postcolonial Recherche“ (2021–22) und ist derzeit Teilnehmer am LamnthLab (2025/26). Er wurde zum Preisträger des impuls-Komponistenwettbewerbs 2025 ernannt und erhielt 2023 den Henri-Lazarof-Preis.
Raphaëlle Aoun (geb. 2004) ist eine libanesische Komponistin, die in Berlin lebt.
Ihre Werke wurden von renommierten Ensembles und Solisten aufgeführt, darunter das Ensemble Modern, das Ensemble Musikfabrik, das Ensemble LUX:NM, das MotoContrario Ensemble, die United Instruments of Lucilin, das Art Percussion Ensemble, das Celloduo Abele-Manaev, das Duo Tocar, Matthias Bauer und Michael Vogt. Sie wurde für die Teilnahme an Festivals und Residenzen ausgewählt, darunter das Klangwerkstatt Festival Berlin, das Mixtur Festival, das Rainy Days Festival, die Akademie Kontemporär Hamburg, das Young Composers Meeting 2026 und das Residenzprogramm Precept.Concept.Percept. XIII. Raphaëlle wurde beim II. Internationalen Wettbewerb „Randspiele“ in Zepernick und bei „Jugend komponiert Deutschland“ ausgezeichnet. Seit Oktober 2024 absolviert sie ein Bachelorstudium im Fach Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, nachdem sie zuvor bei dem Komponisten Helmut Zapf studiert hatte. Sie vertiefte ihre Kenntnisse bei renommierten Komponisten wie Samir Odeh-Tamimi, Marc Sabat, Carola Bauckholt, Milica Djordjević, Gordon Kampe, Oscar Bianchi, Arnulf Herrmann und anderen.
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