Über das Büro der öffentlichen Sache

Das Büro der öffentlichen Sache schafft einen Raum, in dem Öffentlichkeit nicht dargestellt, sondern in Gesprächen und performativen Beiträgen praktisch hergestellt wird.

Es bringt künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven zusammen und dient zugleich als Auftakt für ein längerfristiges Projekt der Akademie der Künste.

Ausgangspunkt ist die Diagnose einer Krise der demokratischen Öffentlichkeit: Digitale Infrastrukturen prägen Sichtbarkeit und Meinungsbildung, indem sie vernetzen, breiten Informationszugang ermöglichen und große Reichweite bieten. Zugleich bilden sie selbstbestätigende Echokammern und verstärken gesellschaftliche Polarisierung. Öffentliche Aushandlung verliert an Verbindlichkeit, Urteilskraft gerät unter Druck. Das diskursive Projekt reagiert darauf mit einem analogen, zugänglichen Format, das Austausch jenseits von Polarisierung ermöglicht.

Der Kunst kommt dabei eine spezifische Rolle zu. Indem sie Wahrnehmung organisiert, irritiert und verschiebt, macht sie sichtbar, unter welchen Bedingungen Öffentlichkeit entsteht oder verhindert wird.

Als Abschluss des Ausstellungsrundgangs markiert das Büro der öffentlichen Sache den Übergang von der Betrachtung zur Beteiligung. Das Büro entwickelt und erprobt Formate öffentlicher Auseinandersetzung: moderierte Gespräche in kleinen Gruppen, ergänzt durch musikalische Beiträge, Performances und Diskussionsformate. Nichts ist vollständig vorgeplant. Öffentlichkeit entsteht nicht als feste Form, sondern im gemeinsamen Handeln, Sprechen und Zuhören.

Ein diskursiv-performatives Format von Manos Tsangaris, Komponist, Präsident der Akademie der Künste, mit Mitgliedern der Akademie der Künste und Gästen, moderiert von Manos Tsangaris, Anh-Linh Ngo, Architekt und Publizist, Vizepräsident der Akademie der Künste, Änne-Marthe Kühn, Dramaturgin, und Nils Plath, Literaturwissenschaftler

Mit literarischen Beiträgen von Mitgliedern der Sektion Literatur der Akademie der Künste: Friedrich Dieckmann, Ulrike Draesner, Annett Gröschner, Kerstin Hensel, Direktorin der Sektion Literatur, Thomas Hettche, Ursula Krechel, Eva Menasse, Terézia Mora, Ulrich Peltzer, Teresa Präauer, Kathrin Röggla, Katharina Schultens, Ingo Schulze, Cécile Wajsbrot, Stellvertretende Direktorin der Sektion Literatur