Metaxy : Zwischen
Zerstörung und Wiederaufbau
10.9. – 6.12.2026
Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt richtet den Blick auf den Zeitraum zwischen Zerstörung und Wiederaufbau, auf jenen unsicheren Moment, in dem noch offen ist, wie Gesellschaften mit Verlust, Schuld und Erinnerung umgehen.

Über die Ausstellung
Standort: Hanseatenweg - AufzugRollstuhlgerecht
- Datum:
10.9. – 6.12.2026 - Uhrzeit:
12–19 Uhr - Preis:10 EUR (Ermäßigt: 7 EUR)
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Termin speichern
Di, Mi, Fr 14–19 Uhr
Do 14–21 Uhr
Sa, So, Feiertage 12–19 UhrEintritt frei bis 18 Jahre, dienstags
Schulklassen und Studierendengruppen mit Lehrbegleitung kostenlosEröffnung
Mi 9.9.
18.30 Uhr Grußworte und Einführung
19.30 Uhr Performance Amphi III, Hansaviertel Berlin, 2026 von Omer Krieger
Musikalisch-performative Interventionen ZWISCHENSTÜCKE mit Paul Hübner, Kioomars Musayyebi, Immanuel Schumacher und Nurit Stark
Kriege und die Folgen der Klimakrise zerstören weltweit Städte und Lebensräume. Millionen von Menschen verlieren ihr Zuhause. Wiederaufbau ist deshalb eine dringende Aufgabe. Wird er jedoch auf ein technisches Projekt reduziert – als Rückkehr zur Ordnung, als vermeintliche „Stunde Null“ oder gar als Gelegenheit für Investition und Innovation –, gerät aus dem Blick, dass nicht nur Gebäude zerstört werden, sondern auch soziale Beziehungen, Lebenswelten und historische Zusammenhänge. Die entscheidenden Fragen des Wiederaufbaus stellen sich deshalb, bevor überhaupt gebaut wird.
Hier setzt das Projekt „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“ mit einer Ausstellung und einem vierteiligen Veranstaltungsprogramm an. Metaxy, altgriechisch für „zwischen“, bezeichnet einen Raum, in dem Vergangenheit und Zukunft, Erinnerung und Neubeginn sowie Verlust und Hoffnung zugleich wirksam sind. Rekonstruktion bedeutet nicht die Rückkehr zu einem früheren Zustand, sondern die Freilegung der durch Gewalt zerrissenen Zusammenhänge.
Ausgehend vom Akademiegebäude am Hanseatenweg als exemplarischem Ort des Wiederaufbaus nach 1945 verbindet die Ausstellung eine Spurensuche zur kolonialen, nationalsozialistischen und jüdischen Geschichte des Berliner Hansaviertels mit Positionen aus Afghanistan, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Gaza, Namibia, Polen, Syrien, dem Sudan, dem Jemen, der Ukraine und den USA. Das größte Exponat ist Ausstellungsarchitektur selbst: Sie überlagert die ehemalige Bebauung des Grundstücks mit den heutigen Ausstellungshallen. Dieses Palimpsest im Maßstab 1:1 macht die Geschichte des Ortes durch das Dazwischen räumlich erfahrbar.
Ein Veranstaltungsraum als Teil der Ausstellung lädt zu Gesprächen, Vorträgen, künstlerischen und musikalischen Performances ein. Ein partizipatives Vermittlungsprogramm mit Führungen und Lecture Performance Walks sowie eine Ausgabe der Zeitschrift ARCH+ vertiefen die Themen der Ausstellung.
Beteiligte Künstler*innen und Raumpraktiker*innen:
Hala Alnaji, Archigrest, Marina Tabassum Architects, Maja Bajević, Centre for Documentary Architecture, Kees Christiaanse, Tiffany Chung, Co-Haty, Salma Samar Damluji, Nir Evron, Ola Hassanain, Paul Hübner, Open Group, Anton Kolomieitsev, Omer Krieger, V. Mitch McEwen, megouem, Kioomars Musayyebi, Ute Richter, Sasha Marianna Salzmann, Immanuel Schumacher, Arinjoy Sen, Nurit Stark, Syrbanism, topoScape, Feda Wardak, Eyal Weizman, Ines Weizman, Julita Wójcik, Lebbeus Woods, Ina Wudtke
Kurator*innen:
Anh-Linh Ngo, Johanna M. Keller, Christian Hiller, Felix Hofmann, Markus Krieger, Daniel Kuhnert, Melissa Makele
„Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“ ist ein Projekt der Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit ARCH+
Im Rahmen der Berlin Art Week 2026
Veranstaltungen
Metaxy
10.9. 18–21 Uhr
Kriege und Katastrophen versetzen ganze Gesellschaften in einen Zustand des Dazwischen: zwischen zerstörter Vergangenheit und zu gestaltender Zukunft. Das Künstlerkollektiv Open Group aus der Ukraine und die US-amerikanische Architektin Mitch McEwen fragen, wie unter diesen Bedingungen neue Formen des Zusammenlebens entstehen können. Der israelische Künstler Nir Evron zeigt, wie sich im Nahostkonflikt Geschichte, Medien und Gewalt überlagern und macht verborgene historische Zusammenhänge sichtbar, die in der Gegenwart oft ausgeblendet bleiben.
Häuser
11.9. 18–21 Uhr
Häuser sind Orte des Alltags, der Erinnerung und des Zusammenlebens. Mit ihrem Verlust verschwinden nicht nur Bauwerke, sondern auch soziale Beziehungen und Lebenswelten. Daher ist Wiederaufbau nicht nur eine bauliche, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Anhand der Arbeiten der ukrainischen Initiative CO-HATY und des niederländischen Stadtplaners Kees Christiaanse zur Ukraine sowie der irakisch-britische Architektin Salma Samar Damluji zum Jemen untersucht die Veranstaltung, wie Architektur ein zukünftiges Miteinander mitgestalten kann.
Eine szenische Lesung der Autorin Sasha Marianna Salzmann rahmt den Abend. Sie erkundet das Dazwischen als Ort, an dem unterschiedliche Erinnerungen, Zugehörigkeiten und Lebensgeschichten nebeneinander bestehen, ohne ihre Widersprüche aufzulösen.
Böden
13.10. 18–21 Uhr
Böden sind umkämpfte Grundlagen des Wiederaufbaus. An ihnen entscheidet sich, wer bleiben und wer zurückkehren darf, welche Spuren bewahrt und welche beseitigt werden. Noch lange nach dem Ende der Kämpfe zeugen verwundete Ökosysteme und zerstörte Landschaften von der Gewalt. Anhand der Arbeiten der syrischen Initiative Syrbanism zu Syrien und der palästinensischen Künstlerin und Architektin Hala Alnaji zum Gazastreifen sowie sudanesisch-niederländischen Künstlerin Ola Hassanain zum Sudan wird deutlich, dass Wiederaufbau sich den Konflikten um Grund und Boden, Eigentum und Erinnerung stellen muss.
Zeiten
6.12. 14–17 Uhr
Wiederaufbau beginnt nicht mit einer Stunde Null. Am Trümmerberg in Warschau zeigen das Architekturbüro Archigrest und das Landschaftsarchitektur topoScape aus Polen, wie durch ökologische Prozesse der Regeneration und Sukzession auf den Hinterlassenschaften des Krieges neue Lebensräume entstehen. Die deutsche Architekturhistorikerin Ines Weizman und der israelisch-britische Architekt Eyal Weizman verdeutlichen, dass der Akt der Zerstörung rekonstruiert werden muss, damit Wiederaufbau nicht geschichtslos wird. So wird Zeit selbst zu einem Material des Wiederaufbaus.
Metaxy : Zwischenstücke
Die musikalisch-performativen ZWISCHENSTÜCKE sind ein eigenständiges Format innerhalb von „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“. Sie verbinden Ausstellung und Programm und eröffnen neue Formen der Wahrnehmung.
Ein Ensemble um Immanuel Schumacher (Komposition, Percussion), Paul Hübner (Trompete), Kioomars Musayyebi (Santur) und Nurit Stark (Violine und Bratsche) bewegt sich durch die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Musikalische Unterbrechungen und performative Einschübe greifen Gespräche und Situationen auf, verändern den Blick auf die Ausstellung und gestalten Übergänge zwischen einzelnen Programmpunkten. Die vier Musiker*innen arbeiten dabei an der Schnittstelle von Interpretation, Komposition, Performance und Improvisation.
Die ZWISCHENSTÜCKE finden an folgenden Tagen ohne Ankündigung einer genaueren Uhrzeit statt:
9.–11.9. 18–21 Uhr
13.10. 18–21 Uhr
6.12. 12–15 Uhr
Förderung und Unterstützung
Gefördert durch
Gefördert von
Das Veranstaltungsprogramm wird mit freundlicher Unterstützung und in Kooperation mit der KfW Stiftung umgesetzt.











