Sommerfest im Brecht-Haus. (Un)Amerikanische Umtriebe
13.6.2026, 15–23 Uhr

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Das traditionelle Sommerfest im Brecht-Haus empfängt mit lyrischen Interventionen, Museumsführungen, Musik, Performances und unbekannten Schätzen aus dem Archiv zum Thema „(Un)Amerikanische Umtriebe“.

In der „Geisterstunde“ auf dem benachbarten Dorotheenstädtischen Friedhof werden Texte prominenter Persönlichkeiten vorgetragen, die dort bestattet sind.

Bertolt Brecht in New York, 124 East 57th Street, 1946
Bertolt Brecht in New York, 124 East 57th Street, 1946
© Ruth Berlau / Hoffmann

Brecht hatte es nicht immer leicht in den USA, wohin er 1941 vor dem Faschismus geflohen war. Angekommen in einem Land, dessen gewaltigen Glanz er in den Zwanziger Jahren fasziniert besungen hatte, suchte er nun „an jeder Hügelkette oder an jedem Zitronenbaum ein kleines Preisschildchen“. Zwischen Hollywoodstars und Henkern, Mafiosi und Monopolisten erfuhr er bald die Grenzen seiner wiedergewonnenen Freiheit. Nachdem er im Oktober 1947 vor dem US-Kongress verhört wurde, rettete er sich vor seinen Rettern mit einer letzten Fluchtaktion: zurück nach Europa.

Das diesjährige Sommerfest-Programm macht diese Ereignisse mit lyrischen Interventionen, Führungen durch das Brecht-Weigel-Museum, Musik und unbekannten Schätzen aus dem Archiv zum Thema. Am Abend ist Brechts verschlagener Auftritt vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe nochmals auf der Bühne zu erleben: viel Marx, eher Groucho als Karl. Anschließend tragen Lesepat*innen in der „Geisterstunde“ auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Texte von Künstler*innen vor, die dort bestattet sind.

Eine Veranstaltung vom Literaturforum im Brecht-Haus, dem Brecht-Weigel-Museum und dem Bertolt-Brecht-Archiv, in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte.

Programm

15 Uhr, Hofbühne

Begrüßung
Christian Hippe, Literaturforum im Brecht-Haus
Stefanie Thomas, Brecht-Weigel-Museum
Noah Willumsen, Bertolt-Brecht-Archiv

ab 15.30 Uhr, Hofbühne

Klaviermusik
Simon Grote

16 Uhr, Saal des Literaturforums

„Kalle und Ziffel reisen nach Amerika“
Ein Dialog von und mit Grischa Meyer und Holger Teschke zur Ausstellung „Bertolt Brechts Papierkrieg“

18 Uhr, Hofbühne

Konzert
Jakob Dobers

19.30 Uhr, Saal des Literaturforums

„(Un)Amerikanische Umtriebe“: Brecht vor dem House Committee on Un-American Activities (HCUA)
Szenische Lesung mit Noé Lausch, Jakob Lundblad und Florian Müller

21 Uhr, Dorotheenstädtischer und Französischer Friedhof

„Geisterstunde“
Lesungen mit musikalischer Untermalung mit u. a. Peter von Becker, Christoph Dieckmann, Esther Esche, Christian Filips, Wera Herzberg, Ekkehard Maaß, Robert Mießner, Kristin Schulz, Carola Wiemers und Studierenden der HfS Ernst Busch
Konzeption: Kerstin Hensel, Musik: Simon Grote

22 Uhr, Hof

Ausklang

Führungen

Führungen durch das Brecht-Weigel-Museum finden alle 30 Minuten bis 20 Uhr statt.

Themenführungen über den Dorotheenstädtischen Friedhof finden um 15.30 Uhr (Thema: „Berühmte Frauen“) und um 17.30 Uhr (Thema: „Brecht und seine Leute“) statt.

Offenes Archiv

Das Bertolt-Brecht-Archiv zeigt von 15.30 Uhr bis 19 Uhr Dokumente und unbekannte Schätze über Brechts wechselvolles Verhältnis zu den USA, sowie die Ausstellung „Bertolt Brechts Papierkrieg. Zeitunglesen im Exil Amerika 1941–1947“ von Grischa Meyer und Holger Teschke.