Anna Seghers-Preis 2026
6.6.2026, 19 Uhr

Preisverleihung

Preisverleihung mit den Preisträgerinnen Sonja M. Schultz und Daniela Catrileo, sowie den Juror*innen Alexander Graeff und Andrea Garcés

Anna Seghers mit Schal (Automatenfoto)
Anna Seghers (Automatenfoto)
© Akademie der Künste

Den mit je 12.500 Euro dotierten Anna Seghers-Preis 2026 erhalten Sonja M. Schultz und Daniela Catrileo. 

Der Preis geht jeweils an eine Autorin oder einen Autor aus dem deutschen Sprachraum sowie Lateinamerika, dem Kulturraum von Anna Seghers’ Exil. Die Geehrten sollen wie einst Anna Seghers den Wunsch haben, mit den Mitteln der Kunst zu einer gerechteren, menschlicheren Gesellschaft beizutragen. Für die Auswahl der beiden Preisträger*innen waren diesmal Alexander Graeff und Andrea Garcès zuständig.

Die Preisträgerinnen

Sonja M. Schultz (*1975 in Pinneberg) ist Schriftstellerin, Journalistin und Spoken-Word-Performerin in Berlin. Sie studierte Theaterwissenschaften, Kulturelle Kommunikation und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 2011 zur Darstellung von Nationalsozialismus und Holocaust im Film. Ihre preisgekrönte Dissertation erschien als filmhistorische Studie. Seit 2006 arbeitet sie als freie Journalistin zu Film, Medien und Erinnerungskultur und kuratiert Filmreihen. Zudem ist sie international als Vortragende und Workshopleiterin tätig. Seit 2009 tritt sie mit Spoken-Word-Texten auf. Ihr Debüt Hundesohn erschien 2019, 2025 folgte Mauerpogo. Für Luke 5 erhielt sie 2020 den Harder Literaturpreis.

Daniela Catrileo (*1987 in Santiago de Chile) ist eine Mapuche-Dichterin, Künstlerin und Aktivistin sowie Mitbegründerin des Colectivo Mapuche-Feminista Rangiñtulewfü. Sie studierte Philosophie, Pädagogik und Kulturjournalismus und absolvierte einen Master in amerikanischen Ästhetiken. Sie ist Professorin für Philosophie und engagiert sich in künstlerischen und politischen Kontexten der Mapuche-Diaspora. Catrileo ist Redaktionsmitglied von Yene und Mitherausgeberin von Traytrayko. In ihren Texten verbindet sie verschiedene Formen mit Fragen von Identität, Migration, Feminismus und Dekolonialität. Für Guerra florida (2019) und Chilco (2024) wurde sie mit dem Literaturpreis der Stadt Santiago ausgezeichnet.

Anna Seghers-Stiftung

Die Schriftstellerin Anna Seghers verfügte in Ihrem Testament, dass die Tantiemen ihrer Werke zur Unterstützung junger Künstlerinnen und Künstler aus der DDR und aus lateinamerikanischen Ländern dienen sollten. Von 1986 bis 1994 vergaben die Akademie der Künste der DDR, später die Kinder der Schriftstellerin – Pierre und Ruth Radvanyi – jährlich Stipendien. 1995 wurde die Anna Seghers-Stiftung eingerichtet, die seither den Anna Seghers-Preis verleiht.

Anna-Seghers-Museum

Das Anna-Seghers-Museum der Akademie der Künste in Berlin-Adlershof öffnet interessierten Besucher*innen die im Originalzustand erhaltene Wohnung der Schriftstellerin, die unter anderem ihre Nachlassbibliothek mit ca. 10.000 Bänden sowie viele persönliche Erinnerungsstücke beherbergt.