Fundsache Original: Hilde Domin, Michael Hamburger
Der Briefwechsel 1963–68
21.4.2026, 19:30 Uhr

LesungGespräch

Für Michael Hamburger musste jedes Gedicht geschrieben werden, als sei es das letzte. Diese existentielle Auffassung von Poesie prägt auch den Briefwechsel mit Hilde Domin. Beide haben die Erfahrung des Exils gemacht, daraus aber unterschiedliche Schlüsse gezogen.

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Hefte von SINN UND FORM
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© Gernot Krämer

Während die Muttersprache für Domin das „Unverlierbare“, das „unabnehmbare Zuhause“ bleibt, kann Hamburger seinem Deutsch „nicht mehr trauen“, bewegt sich darin wie einer, der „auf Krücken“ geht. In der in SINN UND FORM 2/2026 erstmals veröffentlichten Korrespondenz geht es um das „carrying over“ zwischen den Sprachen und das Übersetzen als kompensatorische Strategie, das Ausgestoßensein der Exilierten und die Wiederbegegnung mit einem Land, das längst ein anderes geworden ist.

Über diesen intensiven lyrischen Austausch und die Suche nach der labilen Wahrheit des Gedichts spricht Matthias Weichelt, Chefredakteur von SINN UND FORM, mit dem Literaturwissenschaftler und Herausgeber des Briefwechsels Till Greite (University of London) und der Autorin Marion Poschmann, von der zuletzt 2025 die Verslegende Die Winterschwimmerin (Suhrkamp) erschien.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin