Spektakulärer Fund: Akademie der Künste präsentiert Heiner Müllers unbekannte Aufzeichnungen aus dem Januar 1945

Datum und Uhrzeit:16.2.2026, 11 UhrSektion:Presse

Veranstaltung mit Martin Wuttke, Katja Lange-Müller, Simon Strauß, Mark Lammert, Achim Engelberg, Kristin Schulz und Matthias Weichelt 
Begrüßung: Manos Tsangaris
Mittwoch, 25.2.2026
17 Uhr „Café Müller“ // 19 Uhr Lesung und Gespräch
Akademie der Künste, Pariser Platz

Anlass der Veranstaltung am 25. Februar in der Akademie der Künste ist ein spektakulärer Fund mit unbekannten Notizen von Heiner Müller. 
Am 1. Januar 1945 beginnt Müller mit Aufzeichnungen in einem Heft, in das der Fünfzehnjährige seine Gedanken über die Aufgaben der Kunst, die Revolution in der Literatur, über das moderne Drama, literarische Vorbilder und die geistige Lage Europas schreibt. Der in seinen letzten Zügen tobende Krieg wird nicht erwähnt, schwingt aber untergründig mit. Dass sich in diesen Aufzeichnungen Schriftstellerzitate und Vokabellisten mit der Programmatik des späteren Dramatikers verbinden, macht das Notizheft so faszinierend. Auszüge daraus sind gerade in der neuesten Ausgabe der Akademie-Zeitschrift Sinn und Form (1/2026) erschienen. Renate Ziemer, Müllers langjährige Mitarbeiterin, hat das Heft im letzten Jahr an das Archiv der Akademie der Künste übergeben, wo es Eingang in das Heiner-Müller-Archiv fand. Heiner Müller war von 1990 bis 1993 der letzte Präsident der Akademie der Künste Ost. 

Zur Veranstaltung: Martin Wuttke liest aus dem erstmals veröffentlichten Notizheft und weiteren zentralen Texten Müllers, u. a. aus der programmatischen Rede „Bautzen oder Babylon“. Anschließend diskutieren Achim EngelbergKatja Lange-MüllerMark LammertKristin Schulz und Simon Strauß über die anhaltende Bedeutung seines Werkes. Wie konnte Heiner Müller, der immer als Geschichtsschreiber, nie als Prophet auftrat, zu einem globalen Klassiker werden, warum fehlt uns heute ein öffentlicher Intellektueller wie er, welche seiner Einschätzungen über das sich wiedervereinigende Deutschland und die europäische Entwicklung treffen zu? Es moderiert Matthias Weichelt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Es begrüßt der Präsident der Akademie der Künste, Manos Tsangaris.

Ein besonderes Highlight des Abends: Ab 17 Uhr laden Katja Lange-Müller, Mark Lammert, Simon Strauß und Kristin Schulz herzlich in das „Café Müller“ an den Pariser Platz ein. In kleinen Tischrunden kommen sie mit den Besucher*innen über verschiedene Aspekte von Person und Werk des Jahrhundertdramatikers ins Gespräch: Es wird dabei um Müllers Archive, seine innere Dialektik, sein Hauptwerk Germania III und sein Verhältnis zur Geschichte gehen. (Eintritt frei, Anmeldung: cafe-mueller@adk.de).

Veranstaltungsdaten 
Heiner Müllers Gespenster
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Mittwoch, 25.2.2026
17 Uhr: „Café Müller“
Eintritt frei, Anmeldung unter cafe-mueller@adk.de
19 Uhr: Lesung und Gespräch
Ticket € 7,50 / 5

Pressekarten unter presse@adk.de, Tel. 030 200 57-1514

SINN UND FORM
Auszüge aus dem Notizbuch wurden aus Anlass von Heiner Müllers 30. Todestag (am 30.12.2025) erstmals in Heft 1/2026 von SINN UND FORM veröffentlicht, zusammen mit einer Vorbemerkung von Renate Ziemer und einem Essay von Achim Engelberg über „Heiner Müllers Gespenster“.
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