Chodowiecki 300
Akademie der Künste würdigt Daniel Chodowiecki zum 300. Geburtstag mit zwei Veranstaltungen
16.10., 19 Uhr, Archiv-Präsentation und Vorstellung jüngster Neuerwerbungen
17.10., 19 Uhr, Verleihung Daniel-Chodowiecki-Preis
Pariser Platz
Der Zeichner und Kupferstecher Daniel Chodowiecki (1726–1801) war ein von den Ideen der Aufklärung geleiteter Europäer. Als Sohn polnisch-französischer Eltern in Danzig geboren, wurde er 1764 Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Künste in Berlin und war von 1797 bis zu seinem Tod 1801 ihr Direktor. In dieser Rolle entwickelte er Reformen und richtete die Institution als Künstlersozietät neu aus. Zentraler Gedanke war das Verständnis der Akademie als „Versammlung von Künstlern“, die zusammenkommen, um freundschaftlich über Kunst zu sprechen und voneinander zu lernen. Zugleich öffnete sich die Akademie der Künste schrittweise der Öffentlichkeit. Heute begreift sie die Entfaltung öffentlicher Wirksamkeit als wesentlichen Aspekt ihres Auftrags, sie bezieht zu gesellschaftlichen Fragen Stellung und öffnet Diskussionsräume. Gerade in Zeiten der Polarisierung ist das ein Gedanke, den die Akademie der Künste in ihren Jubiläumsveranstaltungen aufgreifen möchte. Anlässlich seines 300. Geburtstags am 16. Oktober würdigt sie Chodowiecki mit zwei Veranstaltungen.
Am Freitag, den 16.10., stellt das Akademie-Archiv, das heute bedeutende Teile seines bildkünstlerischen und schriftlichen Nachlasses verwahrt, jüngste Neuerwerbungen vor. Erst kürzlich konnten der Sammlung herausragende Werke aus Privatbesitz hinzugefügt werden. Neben zwei umfangreichen Schenkungen von Zeichnungen aus dem Besitz von Nachfahren Chodowieckis gehören dazu Briefe und unbekannte Handschriften des Künstlers, darunter ein bislang verschollen geglaubtes Tagebuch, das Aufschluss über Chodowieckis Wirken in der Akademie der Künste gibt. Ermöglicht wurde die Erwerbung der Dokumente durch eine Förderung der Kulturstiftung der Länder.
Am Samstag, den 17.10., einen Tag nach dem 300. Geburtstag, wird der von Günter Grass einstmals gestiftete Daniel-Chodowiecki-Preis für polnische und deutsche Zeichnung und Grafik erneut verliehen: an den polnischen Künstler Ryszard Wasko (Hauptpreis) und an die deutschen Künstler*innen Christian Schiebe und ORLANDO (Förderpreis). Die Jury bilden Karin Sander (Direktorin der Sektion Bildende Kunst), Nanne Meyer (Mitglied der Sektion Bildende Kunst) und Eva Poll (Vorstand Daniel-Chodowiecki-Stiftung). Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro und die beiden Förderpreise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.
Der Preis geht zurück auf die 1992 von Günter Grass ins Leben gerufene Daniel-Chodowiecki-Stiftung. Sie wurde von Grass eingerichtet, um die deutsch-polnischen Kulturbeziehungen und insbesondere den künstlerischen Austausch zwischen polnischen und deutschen bildenden Künstler*innen zu fördern. Zur Preisverleihung erscheint eine Publikation. In einer Vitrinen-Präsentation werden Arbeiten der Preisträger*innen gezeigt.
Veranstaltungsdaten
Vivat Chodowiecki! Zum 300. Geburtstag
Freitag, 16.10.2026, 19 Uhr
Archiv-Präsentation, Vortrag und Gespräch mit Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste, Catherine Weis, Kulturstiftung der Länder (Begrüßung), Simon Häuser, Anna Schultz (Vorträge), Werner Heegewaldt und Robert Violet (Gespräch)
In Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder
Daniel-Chodowiecki-Preis für polnische und deutsche Zeichnung und Grafik
Samstag, 17.10.2026, 19 Uhr
Preisverleihung mit den Preisträger*innen Ryszard Wasko, Christian Schiebe und ORLANDO sowie Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste, und Maciej Swieszewski, Daniel-Chodowiecki-Stiftung (Begrüßung), Karin Sander, Direktorin der Sektion Bildende Kunst (Einführung), Nanne Meyer, Akademie-Mitglied, Sektion Bildende Kunst, und Eva Poll, Daniel-Chodowiecki-Stiftung und Karin Sander (Gespräche mit den Preisträger*innen), Filmischer Beitrag von Ryszard Wasko, Klangliche Interventionen – Manos Tsangaris und Paul Hübner (Trompete)
In Kooperation mit der Daniel-Chodowiecki-Stiftung
Beide Veranstaltungen finden in der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin statt. Der Eintritt ist frei.