Konrad-Wolf-Preis 2026 an Klaus Zehelein
Preisverleihung am 26.11.2026
Der Konrad-Wolf-Preis 2026 der Akademie der Künste geht an den Dramaturgen und Opernintendanten, Kunstlehrenden und langjährigen Präsidenten der Bayerischen Theaterakademie Klaus Zehelein. Die Jury bildeten die Mitglieder der Sektion Darstellende Kunst Nele Hertling, Mark Lammert und Dietmar Schwarz. Die Verleihung des Preises, der mit 5.000 Euro dotiert ist, findet am 26. November 2026 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg statt.
Mit ihrer Wahl zeichnet die Jury „… einen der Großen der Erneuerung des Musiktheaters nach dem Krieg aus, die in Westdeutschland an der Städtischen Oper Frankfurt von 1977 bis 1987 unter Michael Gielen als Generalmusikdirektor und Klaus Zehelein als Chefdramaturg einen unvergleichlichen Höhepunkt hatte, (…) als eine bis heute international gültige Setzung des Musiktheaters als Gegenwartskunst, deren Lebendigkeit und Zeithöhe nicht zuletzt der Neubefragung des überlieferten Repertoires entspringt. Es ist Klaus Zehelein als Intendant der Staatsoper Stuttgart von 1991 bis 2006 gelungen, diesen Aufbruch unter vielleicht schwierigeren institutionellen Voraussetzungenglanzvoll und nachhaltig zu erneuern. (…) Seine Auszeichnung ist auch die eines Größten in der für das Theater unverzichtbaren Kunst des Ermöglichens – des Zusammenbringens von Menschen vor dem Hintergrund einer von Wissen und Gegenwartsgefühl und Liebe gespeisten, unbestechlichen Suche nach den Wahrheiten der Kunst und den Voraussetzungen ihrer Übermittlung und Rezeption.“ (aus der Jurybegründung).
Klaus Zehelein, geboren am 5. September 1940 in Frankfurt/Main. Er studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt/Main und Hamburg und war von 1959–1966 regelmäßig Teilnehmer der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Zunächst ab 1967 als Dramaturg in Kiel engagiert, wechselte er 1970 als Chefdramaturg ans Staatstheater Oldenburg und von dort 1977 an die Städtische Oper Frankfurt. Hier begründete er als Chefdramaturg zusammen mit dem Generalmusikdirektor Michael Gielen und mit Regisseur*innen und Bühnen-und Kostümbildner*innen wie Ruth Berghaus, Jürgen Flimm, Hans Neuenfels, Anna Viebrock, Alfred Kirchner, Christof Nel, Jürgen Gosch, Herbert Wernicke, Karl Ernst Herrmann, Axel Manthey, Nina Ritter, Hans-Dieter Schaal, Erich Wonder das Renommée des Hauses als ein Zentrum des europäischen Musiktheaters. 1988 folgte er Jürgen Flimms Ruf ans Thalia Theater Hamburg und wechselte 1991 als Intendant bis 2006 zur Staatsoper Stuttgart, ab 1997 mit Lothar Zagrosek als GMD, bis 2000 mit Pamela Rosenberg als Ko-Intendantin. Sie bauten ein herausragendes Ensemble auf und engagierten für die Inszenierungen so unterschiedliche und ausdrucksstarke Kreative wie, neben Ruth Berghaus, Hans Neuenfels und Christof Nel, u. a. Andrea Breth, Peter Konwitschny, Martin Kusej, Jossi Wieler und Sergio Morabito, Anna Viebrock, Bert Neumann, Karl Kneidl, Joachim Schlömer, Jean Jourdheuil, der 2003 das von dem Komponisten Andreas Breitscheid geleitete Forum Neues Musiktheater – ein Laboratorium für musiktheatralische Recherche – eröffnete. Bereits 1997 hatten Klaus Zehelein und Pamela Rosenberg die Junge Oper als festen Bestandteil der Staatsoper ins Leben gerufen. Sechsmal stand die Staatsoper Stuttgart während Klaus Zeheleins Intendanz als Opernhaus des Jahres an der Spitze der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt. Für die produktiven Strukturen des Theaters hat sich Klaus Zehelein von 2003 bis 2015 als Präsident des Deutschen Bühnenvereins eingesetzt, die Prämissen seiner Arbeit in internationalen Dozenturen und Gastprofessuren und als Präsident der Bayerischen Theaterakademie August Everding von 2006 bis 2014 vielfach weitergegeben. Er wurde u. a. mit dem Deutschen Kritikerpreis 1983 für seine wegweisende Dramaturgie und 2023 mit dem Theaterpreis DER FAUST für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seit 2003 ist Klaus Zehelein Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg und seit 2007 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Benannt nach dem Filmregisseur und langjährigen Präsidenten der Akademie der Künste der DDR wird der Konrad-Wolf-Preis jährlich für herausragende künstlerische Leistungen auf den Gebieten der Darstellenden Kunst oder der Film- und Medienkunst alternierend von den beiden Sektionen der Akademie vergeben, zuletzt an Klaus Völker sowie Gabriel Hageni und Debora Fiora vom Berliner Kino Krokodil (2025), Julian Assange (2023), Achim Freyer (2022), Abderrahmane Sissako (2021) und Alexander Lang (2020).
Preisverleihung
Konrad-Wolf-Preis 2026 an Klaus Zehelein
Donnerstag, 26.11.2026, 19 Uhr
Eintritt frei
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin