Akademie der Künste trauert um Cees Nooteboom (1933–2026)
Am 11. Februar 2026 ist der Schriftsteller Cees Nooteboom im Alter von 92 Jahren auf Menorca gestorben. Er war seit 1992 Mitglied der Akademie der Künste in der Sektion Literatur.

Der am 31. Juli 1933 in Den Haag geborene Cees Nooteboom reiste schon in jungen Jahren quer durch Europa. Er arbeitete zunächst in Werbebüros, bei Banken und als Bote. Ab 1956 war er als Journalist tätig und verfasste zahlreiche Reiseskizzen. Von 1977 an war er Lyrikredakteur der Zeitschrift Avenue literair. Für seinen Debütroman Philip en de anderen (1955; dt.: Das Paradies ist nebenan, 1958 / Neuübersetztung Philip und die anderen, 2003), der in den niederländischen Schulkanon einging, erhielt er den Anne-Frank-Preis (1957). Seinen internationalen Durchbruch erlebte er 1980 mit dem Roman Rituelen (dt.: Rituale, 1985). Er lebte zwischen Amsterdam, Menorca und Berlin.
Cees Nootebooms Bücher wurden u. a. ausgezeichnet mit dem Constantijn-Huygens-Preis (1992), dem Aristeion-Preis der Europäischen Union (1993), dem P.C. Hooft-Preis (2004), dem Hansischen Goethe-Preis der Alfred-Töpfer-Stiftung (2003), dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2003) und dem Horst-Bienek-Preis für Lyrik (2018).
Michael Krüger, Mitglied der Akademie der Künste, erinnert sich: „Cees Nooteboom kam immer gerade von irgendwoher, wo man selber noch nie war, und plante nach kurzem Aufenthalt eine Reise an Orte, wo man gerne auch einmal hinwollte – aber in der Zeit, die man mit ihm verbrachte, war er ganz bei sich: ein freundlicher Mensch, der gerne mit wenigen Freunden zusammensaß und trank und viel lachte, ein glänzender Erzähler, der in vielen Sprachen seine Abenteuer mit Büchern, Menschen und Ideen teilte, ein fleißiger Schriftsteller, der Gedichte, Romane, Erzählungen, Reisereportagen, Essays, Reden und Aufzeichnungen schrieb, die in unzähligen Einzelbänden und schließlich in einer monumentalen Gesamtausgabe in einem deutschen Verlag erschienen sind.“
Die Akademie trauert um ihr Mitglied.
Manos Tsangaris
Präsident der Akademie der Künste
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