Uncertain States Audio-Interview mit dem Künstler Reza Aramesh

Der Maler, Fotograf und Bildhauer Reza Aramesh, geboren 1970 in Ahwaz (Iran), ist in der Akademie-Ausstellung „Uncertain States. Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen“ mit zwei Werken vertreten. Der in London lebende Künstler entnimmt seine Motive Kriegsfotografien aus Archiven, Presse, Internet und den Sozialen Medien, die über historische und aktuelle Konfliktsituationen in Vietnam, Palästina, Irak, Afghanistan und Korea berichten.
Das Triptychon Action 117 ermöglicht mittels seiner Monumentalität einen direkten Zugang zum Bildgeschehen im Spiegelsaal des Versailler Schlosses, inszeniert mit Flüchtlingen. Aramesh erzeugt dabei zahlreiche, oft gegensätzliche Assoziationen: Armut und Reichtum, Schönheit des Körper und des Raumes, Intimität und Öffentlichkeit, Versailles als Inbegriff des Absolutismus in Europa gegenüber dem Kolonialismus und seinen Spätfolgen. Die Figurensilhouetten Action 175–179 generieren ihre Form aus Schnappschüssen von Gefangenen in Krisengebieten weltweit, die entkontextualisiert werden. Der abstrakte Umriss verbleibt in der unterwürfigen Haltung, ergänzt durch Landschaftsmotive in Fotodruck.
Ende Oktober war Reza Aramesh zur Veranstaltungsreihe „Emotionen und ihre Effekte. Affektive Dynamiken von Flucht und Migration“ in der Akademie. Der Journalist Arsalan Mohammad hat ihn getroffen und mit ihm über seine Arbeit gesprochen.
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