spreeklänge
Ein Musik-Parcours an der Spree

Kuratorische Einführung

Julia Gerlach und Daniel Ott, Kurator*innen der spreeklänge

Fluss und Flussufer mit gelbrotem Himmel bei Sonnenuntergang
Blick über die Spree von der Caprivibrücke
© Julia Gerlach

Die Spree interessiert uns als konnotationsreicher, komplexer Ort, an dem sich historische, ökologische, akustische, soziale und globale Aspekte überlagern und mischen. Wir haben zwölf Künstler*innen beauftragt, in diesem heterogenen Bezugssystem spezifische klangliche Gestalten zu erzeugen, die eine Verbindung zum Ort herstellen, ästhetisch für sich stehen und darüber hinaus das Hören und Sehen ihrer Umgebung modifizieren. Die Spree, ein träge dahinfließender 400 Kilometer langer Fluss im wasserreichen Urstromtal, war trotz der unspektakulären Größe einst eine wichtige Handelsstraße und Verbindung zwischen Ost und West und später Wasserader in einer geteilten Stadt mit Fluchtgeschichten. Aktuell ist sie und damit Berlin von Wasserknappheit – „Wasserstress“ – bedroht, zum einen durch die allgemeine Klimakrise, zum anderen durch industrielle Veränderungen im Oberlauf, die auch den Spreewald in eine Spreewüste verwandeln könnten.

Für den Musik-Parcours haben wir einen Abschnitt in Berlin-Charlottenburg von der Caprivi- zur Rohrdammbrücke ausgewählt, einen Weg, der fast durchgängig ohne Straßenquerung am südlichen Ufer entlang der Spree gen Westen durch verschiedene urbane Zonen führt, die einerseits sehr unterschiedliche Szenarien für die Klangarbeiten darstellen, andererseits verschiedene Entwicklungen der Stadt Berlin in Erinnerung rufen und auch in die Zukunft, auf bevorstehende Großbaustellen, weisen. Dieser Abschnitt ist zudem von Kleingartenkolonien und renaturierten Abschnitten geprägt, die das Aufkommen nicht-menschlicher Lebewesen schützen (sollen). 

Sobald man sich einen Abschnitt genauer anschaut und das, was man vor Ort an Ruinen, aktiven Bauten, Bäumen oder Wasserarmen antrifft, einer intensiveren Beobachtung unterzieht, um die historischen und geologischen Schichten abzutragen, erweist sich der Weg als reich an Referenzen, Wahrnehmungsebenen und Anknüpfungspunkten.

Draußen und Bewegen

Interessiert hat uns der Aufenthalt „außer Haus“, die Begegnung mit dem Wetter, der frischen oder abendlich aufgewärmten Luft und den besonderen Lichtstimmungen des Mittsommers – dem späten und allmählichen Übergang vom Tag zur Nacht, der zivilen und nautischen Dämmerung – sowie den an der Spree beheimateten nicht-menschlichen Lebewesen. Und natürlich die stiller werdende vorhandene urbane Klanglandschaft. Außerdem reizte uns, das Gehen als Teil der Rezeption zu begreifen, als körperliche Bewegung aber auch in Form der durch die Bewegung sich immer wieder neu ergebenden Wahrnehmungszusammenhänge. Uns schwebte kein statischer Ort, kontrollierbarer Ort vor: Die Elemente, die den Ort ausmachen, setzen sich immer neu zusammen, wie auch die Klänge, die Musik und die Szenen sich darin immer neu entfalten. 

Wir verlassen den Konzertsaal und gehen in den öffentlichen, den offenen Raum, der unerwartete Begegnungen und Aushandlungen mit der Kunst ermöglicht. Dieses Teilen eines urbanen Raums, dieses Mit-Hören ist für die eingeladenen Künstler*innen ein wesentliches Anliegen und gründet auf einem relationalen Weltbild.

Ortsspezifisch

Alle Werke sind ortsspezifisch. Die Klangsituationen wurden von den Künstler*innen für einen von ihnen selbst ausgewählten Ort entwickelt. Die künstlerische Form, die Inszenierung, die musikalische Einbettung in die vorhandene Akustik und Klanglandschaft und auch die inhaltlichen Referenzen der Werke sind mit dem Vorgefundenen eng verbunden. Ortsspezifisch meint nicht nur, dass die Klänge in den Ort hineingearbeitet werden, es geht den Komponist*innen auch um eine Ko-Autorschaft, die der Umwelt und den mehr-als-menschlichen Lebewesen eine gleichberechtigte Partnerschaft bei der Kreation einräumt.

So nutzt die Komposition von Kate Milligan die besondere akustische Situation zwischen Schlosspark Charlottenburg, Jungfernheide-Eisenbahnbrücke und Spreeufer für eine Musik mit großen Distanzen zwischen vier Blechblasinstrumenten. Die Wasseroberfläche fungiert als Reflektor und heimlicher Verstärker der Klänge, die Tonhöhen filtern die Musiker*innen aus dem am Ort vorhandenen Klanggemisch. Die Hörer*innen können sich dieser Klangsituation behutsam annähern – an jeder Position wird sie unterschiedlich klingen und neu zu entdecken sein.

Zu akustischen Experimenten ganz anderer Art laden Schülergruppen ein, die gemeinsam mit dem Team der Selbstgebauten Musik eine Landkarte mit besonderen Hörorten im Schlosspark Charlottenburg entwickelt hat: Hier wird nichts Akustisches hinzugefügt, der Fokus richtet sich auf bestehende Klang- und Geräuschwelten: Die jeweilige Klangmischung und Komposition findet im Kopf der Hörer*innen statt – allenfalls vermischt mit imaginiertem, innerlich Gehörten.

In die besondere Fluss-Akustik und die Pflanzenwelt vor Ort fügt sich auch die Aufführung von Stephan Froleyks, der auf einem am Ufer liegenden Ruderboot sitzend auf seinem selbst gebauten Instrument, der Saitenwanne, spielt. Der Instrumentenbau aus vorhandenen einfachen Materialien ist ein zentrales Kennzeichen für die Werke des häufig interdisziplinär arbeitenden Komponisten und Perkussionisten. Dabei hat er sich verschiedentlich auch mit Wasserklängen auseinandergesetzt und entsprechende Instrumente entwickelt. Hier unterstützt die besondere Akustik des Wassers die gestrichenen Saitenklänge.   

Wasser, Ost und West, Tag und Nacht

Hier verläuft das Urstromtal Berlin-Warschau, geschaffen durch abschmelzende Gletscher vor 18.000 Jahren. Die Sedimente unter der Stadt wechseln zwischen Sand, Schlamm, Moor, dazu gibt es nach wie vor abzweigende Altarme, die auf das Sumpfige verweisen. Entwässerung spielte eine Rolle bei der Urbarmachung und Bebauung. Andererseits bildet die Spree seit Jahrzehnten das Rückgrat der Berliner Wasserversorgung, konnte doch das Trinkwasser des Ballungsraums bislang durch die innerstädtischen Wasserwerke gewonnen werden – lange sogar im Überschuss, was zu Beginn der 2000er-Jahre zur Schließung des Wasserwerks Jungfernheide im Gebiet der Faulen Spree an der Rohrdammbrücke führte. Die Schließung dieses Wasserwerks ermöglichte die Genese einer reichen Brutvogelwelt, etwa von Eisvögeln oder den seltenen Flussregenpfeifern. Auch viele Fledermausarten sind hier beheimatet, die in der Dämmerung über der Spree ihre Runden fliegen. Allerdings soll dieses Wasserwerk mit Blick auf die bereits 2030 drohende Wasserknappheit – durch die klimaschutzbedingte Einstellung des Kohle-Bergbaus in der Lausitz und das dadurch ausbleibende Abpumpwasser, durch wasserintensive Großindustrien wie das Tesla-Werk in Grünheide oder den KI-Boom in der Wirtschaft – wieder in Betrieb genommen werden. 

Peter Ablinger hat die Grenzen von dem, was Musik sein kann, kontinuierlich erweitert und immer wieder von Neuem und ganz anders über Wahrnehmung nachgedacht. Ein besonderes Interesse galt dem Rauschen und insbesondere dem „Weissen Rauschen“ (u. a. im Werkzyklus weiss/weisslich). In den Verspre(e)chungen, einer seiner letzten Kompositionen, die er für die Spree und für die Maulwerker entwickelt und noch vor Ort geprobt hat, entsteht eine andere Art von „Rauschen“ durch das permanente „automatische Sprechen“ von sechs Sprecher*innen. Ganz leise ist an diesem von Peter Ablinger ausgewählten Ort auch das Rauschen der nahen Spree-Schleuse zu hören. Das Sprachrauschen „im Gestus einer (politischen) Rede, Ansprache, Verlautbarung, Agitation“ bezieht sich oft auf das thematische Umfeld der spreeklänge: die Gefährdung der Spree und des gesamten ökologischen Gleichgewichts durch die Zivilisation.

Ebenfalls mit Sprache arbeitet die Komponistin Annette Schmucki. Seit vielen Jahren experimentiert sie mit Sprachmusik/Sprechmusik und deren verschiedenen wechselnden semantischen Möglichkeiten. So sind beispielsweise Sprachkompositionen auf der Grundlage von Flurnamen und (vergessenen) Ortsbezeichnungen entstanden – Übersetzungen von landschaftlichen Topografien in Musik. Für die spreeklänge hat sie sich mit Namen und Ortsbezeichnungen entlang der Ostspree und der Westspree befasst und erinnert mit ihrer in permanenter Bewegung befindlichen Komposition an die bis heute andauernde wechselvolle Geschichte von West- und Ostberlin zwischen Annäherung und Entfremdung.

Der Wechsel der Welten von Tag zu Nacht, der andere Lebewesen, insbesondere Fledermäuse herauslockt, die via Echolot kommunizieren, ist Ausgangspunkt für Kristine Tjøgersens Liminal Beings gegen Ende des Parcours an der Rohrdammbrücke in der Nähe der Faulen Spree. Tjøgersens Kompositionen, die oft Themen der Natur und Ökologie aufgreifen, gehen längere Recherchen voraus, diesmal unter anderem im Dialog mit der Fledermaus-Forscherin Mirjam Knörnschild am Museum für Naturkunde, die zahlreiches Audiomaterial zur Verfügung stellte und Recherchen und Reflexionen teilte. Kristine Tjøgersens szenische Komposition ist aber nicht der Versuch, ein für Menschen hörbares Abbild dieser Wesen zu schaffen, sondern das Verhältnis zu ihnen angesichts der negativen Zuschreibungen und einer naturwissenschaftlich ausgerichteten Betrachtung durch einen inszenatorischen Kunstgriff mit Humor und etwas Überzogenheit wörtlich „auf den Kopf“ zu stellen und damit ein ganz eigenes Momentum zu schaffen. 

Erinnern und Vergessen

Wasserwege haben im 20. Jahrhundert die Industrie angelockt, die Spree war, obwohl nicht sehr breit, eine wichtige Handelsstraße zwischen Ost und West, zwischen Paris und Moskau. Große, inzwischen ungenutzte Hafenanlagen wie im Westhafen zeugen noch von dieser Hochzeit. 

Auch Adlige und Gäste des Königspaars (Friedrich und Sophie Charlotte) schifften sich im Berliner Stadtschloss ein und fuhren zum Charlottenburger Schloss, um dort beispielsweise Theateraufführungen zu erleben. Als eines von vielen Industriewerken baute der aufstrebende Elektronikkonzern Siemens nördlich der Spree Ende des 19. Jahrhunderts sein Hauptwerk und dazu für die Beschäftigen eine ganze „Siemensstadt“, die mit einer eigenen S-Bahnlinie angebunden wurde, deren Überreste man nach kriegsbedingter Zerstörung auf der Strecke zwischen A100 und Rohrdammbrücke noch erkennen kann, samt einem Schild, das die Reaktivierung der Siemensbahn ankündigt. Hinter den Relikten der S-Bahn liegt der Fürstenbrunner Graben, der Wasser führt, das im Charlottenburger Schlossgarten vor der Schleuse abgezweigt wurde und hier wieder in die Spree zurückfließt. Der Name des Grabens rührt von dem mineralischen Fürstenbrunner Quellwasser, das hier gewonnen wurde. Die Fürsten hatten die Quelle besucht, so kam es zum Namen des Mineralwassers, das hier solange abgezapft wurde bis die Quelle wegen der Nähe zu einem Friedhof in Verruf geriet. 

Hier am kleinen Graben in die Vegetation eingefügt, spielt und singt die Kontrabassistin des ELISION Ensembles die frei notierte Komposition von Liza Lim, die auf Lethe, den Fluss des Vergessens, und Mnemosyne, den Fluss des Erinnerns, verweist. An der Universität Sydney leitet die Komponistin aktuell ein fünfjähriges Projekt, das das anthropozentrische Denken grundlegend hinterfragt und andere Formen des Mitfühlens, des Sich-mit-der-Umwelt-in-Beziehung-Setzens im Austausch mit First-Nation-Wissenschaftler*innen und Künstler*innen musikalisch entwickelt. Dazu gehört im Rahmen des spreeklänge-Projekts auch, an der Spree und am Fürstenbrunner Graben zu verweilen, sich in den Ort und das, was dort passiert oder ist, einzufühlen – ohne absichtsvolles Handeln. Das Stück, das etwas abseits des Weges hinter Ästen versteckt aufgeführt wird, ist ein Angebot, innezuhalten und mitzuhören. Das Forschungsprojekt selbst wird ausführlich in der Konferenz Time to Listen. Multispecies Creativity in Music and Sound am 26./27. Juni vorgestellt.

Kurz vorher hat man die Rudolf-Wissell-Brücke unterquert, über die die A100, die immer wieder umstrittene sechsspurige Stadtautobahn Berlins, führt, die bald saniert werden muss. Unter der Brücke hat sich ein Anglerverein angesiedelt, gegenüber auf der Insel liegt ein einzelnes verbliebenes Industriegebäude, heute ein mehrstöckiges Atelierhaus. Ein Un-Ort könnte man sagen und gerade in dieser Widersprüchlichkeit Ankerpunkt für Trond Reinholdtsens SPREE-UTOPIE für 24 Frauenstimmen (den Frauenchor der Künste) auf acht Ruderbooten, die ihren Ausgangspunkt in Zeus’ Raub der Europa übers Wasser nach Kreta nimmt und beim Turbo-Kapitalismus endet.

Lokal – global

Wasser ist eine der wichtigsten globalen Ressourcen, als Trinkwasser, Bewässerung für die Landwirtschaft, Kühlmittel für Server und Nutzwasser in Industrie und Stadtbau. Wasser ist zugleich durch die verschiedenen Katastrophen von Starkregen und Überschwemmungen einerseits, Dürren und Verwüstungsregionen andererseits ein zentraler Faktor in der weltweiten Klimakatastrophe. Die Verschmutzung der Flüsse und Ozeane durch Fremdstoffe oder Mikroplastik ebenso wie die Wirkungszusammenhänge von CO2 und Klima zeigen, dass wir weltumspannend miteinander verbunden sind und sich lokale Vergehen global auswirken können. Diese Verbindung des Globalen und Lokalen prägt sich in unterschiedlichen Formen in mehreren Arbeiten bei den spreeklängen aus.

Die lokale Verschmutzung der Spree, die bis heute das innerstädtische Schwimmen unterbindet, sowie der historische Akt des Wäschewaschens in der Spree und das semantische Spiel zwischen sauber und verschmutzt bilden die Folie für Cathy van Ecks Performance. Sie verwendet dafür, wie für ihre Arbeit in den letzten Jahren charakteristisch, neue selbst entwickelte Instrumente und kombiniert akustische und elektronische Klangmittel auf innovative und überraschende Weise – insbesondere werden Lautsprecher auf ungewöhnliche Weise zu Instrumenten. Die performative Präsenz der Komponistin unterstreicht den lokalen Bezug.

Um den globalen Zusammenhang der Umwelt- und Klimakrise vom Beginn des Musik-Parcours an aufzumachen, starten wir mit einem der entferntesten Orte, dem Inselstaat der Philippinen, wo Wasser allpräsent ist und auch die globalen Auswirkungen der Klimakatastrophe unmittelbar spürbar sind. Die Komponistin und Perkussionistin Susie Ibarra hat bereits zahlreiche andere Musikprojekte zum Thema Wasser mit Communitys in verschiedenen Weltregionen durchgeführt, hier nun führt sie der Weg zurück in ihr Herkunftsland, die Philippinen. In ihrer Arbeit für spreeklänge verknüpft sie eine Klanginstallation, die aus Aufnahmen in einer über Jahrmillionen gewachsenen riesigen Tropfsteinhöhle, in die auch Klimaveränderungen eingeschrieben sind, komponiert ist, mit einer Performance, die an eine über Jahrhunderte entwickelte Kulturpraxis des Xylofonspiels anknüpft. Die rhythmischen perkussiven Klänge der Saronay-Xylofone spielen mit der Flussakustik und öffnen den Raum, während der unter der Betonbrücke entstehende, die Akustik einer Höhle simulierende Klangraum sich zu einer intimen, konzentrierten Hörsituation zusammenzieht, wie Atem oder eine Kontraktion.

Die klangkünstlerischen Arbeiten des Biologen und Künstlers Em'kal Eyongakpa wurzeln tief in Denkweisen und Traditionen seiner Heimat in Kamerun. Der Originaltitel in der Kɛnyaŋ -Sprache und andere Begriffe, die er zur Beschreibung verwendet, erzeugen direkte Bezüge zur Kosmologie und Mythologie der Region, etwa zu den „Adern der Urvögel“ oder der Bedeutungsvielfalt des Begriffes mbaŋ – Wetter/Flöte/Farmland. Seine Installationen mit Wasserthematik beziehen sich meist auf die Region Manyu im Südwesten von Kamerun an der Grenze von Nigeria, die vom Cross-River durchflossen wird, der im Golf von Guinea in den Atlantik mündet. Die Verbindung zu dem entfernten Ort, dem Wasser und den dortigen Denkweisen wird nicht durch Klangaufnahmen simuliert, sondern durch die Methode einer Echtzeit-Generierung von Klangstrukturen aus der Geofonie und Biofonie der Spree. Dies geschieht durch Em'kal Eyongakpas Interaktion mit der Spree: Er sammelt auf einem mit Wassertrommeln und Hydrofonen präparierten Tretboot Klänge und überträgt sie in Form von Körperschall auf eine Plattform, eine „Trommelinsel“, wo die sich überlagernden Klangstrukturen für das Publikum physisch spürbar werden.

Hinter der Rohrdammbrücke endet der Musik-Parcours mit einer großen Klangaktion der beiden bolivianischen Künstler*innen Carlos Gutierrez und Tatjana Lopez, einem partizipativen und transkulturellen Projekt mit Schüler*innen und Studierenden aus Berlin sowie einer Gruppe von in Berlin lebenden Menschen mit andinen Wurzeln. Gutierrez und Lopez haben über eine lange Zeit hinweg intensive Klangforschungen im Altiplano, dem Andenhochland Boliviens betrieben: Auf den Spuren einer prähispanischen, oral überlieferten Musiktradition haben sie sich verschiedenen aus Ton oder anderen Naturmaterialien gefertigten Instrumenten mit mikrotonalen Möglichkeiten gewidmet, die nichts mit dem westlichen temperierten Tonsystem zu tun haben. 

Die für das Projekt selbst gebauten Keramik-Instrumente und Masken auf der Grundlage einer überlieferten tausendjährigen Technologie und Wassermythologie und die klangliche Realisierung im Einklang mit der Umwelt basieren auf dem Verständnis eines Mit-Hörens und Mit-Kreierens.

 

Wir danken allen Künstler*innen, die sich auf dieses abenteuerliche Projekt eingelassen haben und so besondere Projekte entwickelt haben. Und wir danken den Geldgebern, dem Hauptstadtkulturfonds und der Gesellschaft der Freunde der Akademie für das große Vertrauen in dieses Projekt sowie den vielen Projektförderern und Projektpartnern, die die Entwicklung bestimmter Projekte unterstützt haben.