Baukunstarchiv
Konrad Wachsmann neben dem Modell des Flugzeughangars der United States Air Force, um 1951–1953Akademie der Künste, Berlin © Wachsmann-Erben
Paul Baumgarten, Müllverladeanlage, Berlin-Charlottenburg, 1932–1936Akademie der Künste, Berlin, © Baumgarten-Erben
Fußgängerbrücke Usedom, 2007, Schlaich, Bergermann und Partner mit Architekturbüro Pieper, BinzAkademie der Künste, Berlin © Jörg Schlaich, Rudolf Bergermann, Foto: © Maximilian Merz
Bruno Taut, Glasbauspiel Dandanah, 1920–1921Akademie der Künste, Berlin, Foto: © Maximilian Merz
Planrollen im BaukunstarchivAkademie der Künste, Berlin, Foto: © Erik-Jan Ouwerkerk, 2016
Die Bestände des Baukunstarchivs umfassen rund 400.000 Pläne und Zeichnungen, über 250.000 Architekturfotografien, mehr als einen Kilometer Schriftgut und über 900 Architekturmodelle. Die ältesten Objekte der Sammlung stammen aus dem 18. Jahrhundert und gehen auf die preußische Vergangenheit der Akademie zurück, die jüngsten datieren aus der Gegenwart. Durch aktive Sammeltätigkeit wächst das Archiv kontinuierlich weiter.
Den Schwerpunkt bildet die Bau- und Planungsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Spektrum der Sammlung reicht von der Gestaltung des Berliner Stadtraums der 1910er–1930er Jahre über frühe Projekte des nachhaltigen Bauens der 1970er Jahre bis hin zu aktuellen, auf die multiplen Herausforderungen der Gegenwart reagierenden Entwürfen des Hochbaus, der Landschaftsplanung und der Denkmalpflege. Besondere Bedeutung kommt der Bewahrung von Lebensdokumenten aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 zu, die von den Lebensbedingungen und dem künstlerischen Wirken von Architekturschaffenden im Exil zeugen.
Zu den Nachlässen aus Architektur, Landschaftsplanung, Ingenieurwesen, Architekturtheorie und -fotografie, die im Baukunstarchiv bewahrt werden, zählen u. a. jene von Bruno Taut, Adolf Behne, den Brüdern Luckhardt und Alfons Anker, Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann, Arthur Köster, Hans Scharoun, Konrad Wachsmann, Julius Posener, Hermann Henselmann, Walter Rossow, Heinz Graffunder, Dietmar Kuntzsch, Jörg Schlaich und Hannelore Kossel. Über die Bestände verteilen sich richtungsweisende Zeugnisse zu den Vereinigungen „Gläserne Kette“ und „Der Ring“, zum „Planungskollektiv“ um Hans Scharoun, das viel diskutierte Vorschläge für den Wiederaufbau Berlins ab 1945 vorlegte, und zum Projekt „Emanzipatorisches Wohnen“ der Internationalen Bauausstellung 1987.
Die Bestände des Baukunstarchivs können im Lesesaal am Pariser Platz 4 eingesehen werden.
schau depot architektur modelle
Das Schaudepot bietet einen exklusiven Einblick in die herausragende Sammlung von Architekturmodellen der Akademie der Künste. In einer Dauerausstellung werden Höhepunkte der Sammlung präsentiert, wechselnde Präsentationen vertiefen aktuelle Themen rund um Baukunst und Städtebau.
Führungen und Veranstaltungen
Projekte
- Restaurierung der Glasdia-Sammlung aus dem Nachlass von Konrad Wachsmann
- Restaurierung und Lagerung von Architekturmodellen aus dem Baukunstarchiv
- Die Restaurierung von Hugo Härings Architekturplänen
- Nachhaltiges Bauen in Berlin – Hugo Härings Architekturpläne
- Erschließung des Nachlasses von Ulrich Müther
Sammlungsprofil




- Mitglieder und Preisträger*innen der Akademie der Künste
- Architekturlehre der Preußischen Akademie der Künste bis 1799
- Bauten der Akademie der Künste
- Architekt*innen im Exil
- Baukunst des beginnenden 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, mit einem Schwerpunkt auf Klassischer Moderne und Nachkriegsmoderne
- Berliner Stadtentwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts, u. a. Siedlungsbau der Berliner Moderne, Interbau 1957, IBA 1987, Regierungsviertel, Europacity
Online-Recherche
Erwerbungsgeschichte
Die ältesten Zeugnisse im Baukunstarchiv stammen aus dem 18. Jahrhundert und gehen auf die Architekturlehre an der Akademie zurück. Eine gezielte Sammeltätigkeit architekturbezogener Dokumente setzte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Präsidentschaft des Architekten Hans Scharoun ein. 1958 kam mit dem Hugo-Häring-Archiv der erste Nachlass eines Architekten in die Akademie. Im selben Jahr bemühte sich die Sektion Baukunst erfolgreich um Dokumente, die aus Bruno Tauts Schaffen im Exil stammten.
Ab 1961 wuchs die Sammlung durch die aktiven Bestrebungen der Mitglieder der Abteilung Baukunst kontinuierlich an. Insbesondere durch die Übernahme des Nachlasses von Hans Scharoun nach dessen Tod 1972 vergrößerte sich das Archiv erheblich. Das Hans-Scharoun-Archiv ist mit etwa 30.000 Plänen und Zeichnungen sowie 60 laufenden Metern Schriftgut und Fotografien bis heute einer der umfangreichsten Bestände innerhalb des Baukunstarchivs.
Bis zum Zusammenschluss der beiden Berliner Akademien 1993 betreute die Abteilung Baukunst, die nur an der Akademie der Künste (West) aktiv war, das Archiv. 1993 wurde eine eigenständige Archivabteilung für die Baukunst eingerichtet. Seitdem werden die Bestände systematisch archivfachlich erschlossen und können von der Architekturforschung und der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden.



Publikationen
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